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stavblue0815

(Mitglied*)

Danke Thomas, es ist ein tolles Hobby, das wunderbar vor dem Einschlafen vom Stress ablenkt und entspannen lässt.



Die Anker-Werke in Bielefeld sind dem Liebhaber deutscher Seitengewehre wohlbekannt, aber sicherlich verbindet das niemand mit dem ursprünglichen Essighersteller Hengstenberg – die haben auch tatsächlich nichts miteinander zu tun, doch in der Namensgeschichte vom heutigen Unternehmen Anker taucht der Name Hengstenberg früh auf:

1876 als „Bielefelder Nähmaschinen Fabrik Carl Schmidt“ gegründet, firmierte das Unternehmen 1894 zur „Bielefelder Nähmaschinen und Fahrradfabrik Hengstenberg & Co.“ um und bewarb mit der Marke „Hengstenberg & Co“ nun neu im Portfolio hergestellte Fahrräder. 1895 folgte die Umbenennung zur „Bielefelder Nähmaschinen und Fahrradfabrik AG vorm. Hengstenberg & Co.“ und 1915 zu der bekannten „Anker-Werke AG“.

Der 155 Gramm schwere und 144 mm lange Schlüssel passt von seinen Maßen auch eher zu einem Bordwerkzeug eines Fahrrads anstatt zum Zubehör einer Nähmaschine. Damit fällt der vermutliche Herstellungszeitraum zwischen 1894 und 1915. Also mindestens 111 Jahre könnte er heute schon auf dem Buckel haben und die Machart sowie die vielen Kerben bezeugen sein Alter.

Beste Grüße
Ferdinand


27.02.26, 00:35:52

Zietenhusar

(Hausmeister)

Ich mag solche Schlüssel mit diesen kräftigen Rändern. Das hat etwas "Organisches" an sich, gepaart mit langer Standzeit.
Zitat von stavblue0815:
...aber sicherlich verbindet das niemand mit dem ursprünglichen Essighersteller Hengstenberg...
Ich verbinde mit Hengstenberg immer noch diesen Samurai, der in der Werbung einen Weißkohlkopf schreddert. lachen

Gruß,
Thomas

27.02.26, 04:59:52

stavblue0815

(Mitglied*)

Dieser 2123 Gramm schwere und 607 mm lange Schlüssel Typ B von AWG mit der besonderen DIN 3223 fand seinen ersten Arbeitsplatz wahrscheinlich in einem Feuerwehrauto. Der Wohnungsauflöser hat ihn mir "vermacht": mit ihm hat er viele Jahre lang Straßenabsperrungen entriegelt und für seinen alten LKW zugänglich gemacht. Der LKW wurde wohl verschrottet, doch der alte Feuerwehrschlüssel kam in den Verkauf - sie wussten von so einem Kunden mit so einem Schraubenschlüsseltick, der sich den sicherlich andrehen lassen wollte - wollte er auch.

Beste Grüße
Ferdinand

05.03.26, 00:19:24

Ulan13

(Mitglied)

Sieht aus wie der Zauberstab eines Schamanen oder Medizinmannes! lachen Bin begeistert!

Grüße vom Ulanen

05.03.26, 10:45:26

stavblue0815

(Mitglied*)

Eine gemischte kleine Maulschlüsselbande - der Größe nach:

Dem Ersten hat ein Schleifband zugesetzt – ich bürstete ihn deshalb vollständig, mit Mühe erkennt man die „STOEWERWERKE AG STETTIN“. 1872 von Stoewer im heute in Polen gelegenen Stettin als Nähmaschinenfabrik gegründet, firmierte die Firma 1916 zur AG um und legte den alleinigen Fokus auf den Fahrzeugbau. Von 40.000 gebauten Fahrzeugen existieren heute noch 240, von denen sicherlich eines diesen Schlüssel vermisst.

Der Zweite mit der Aufschrift „H. BEHRENDT PASEWALK“ stammt von einer 1872 gegründeten Eisengießerei und Maschinenfabrik, deren mittlerweile 100 Jahre alten Gullideckel mit dem Davidstern man noch heute in ganz Deutschland finden kann, besonders in Pasewalk. Das H. leitet sich von dem Gründer Paul Hirsch Behrehndt ab.

Der Dritte trägt ein einfaches V mit einem B im Kreis,

der Vierte weißt sich mit dem Namen „Teichert & Gubisch-Liegnitz“ als alter Schlesier aus: Teichert und Gubisch sind um 1892 als Besitzer des Unternehmens vermerkt, welches Dampfkessel herstellte.

Der Fünfte im schmutzigen Rost mit grob abgebrochenen Gussresten trägt ein goldiges Schleifchen und

der Sechste mit der ungelösten Markierung „C F“ mit einem Anker dazwischen besitzt das witzigste Design.

Beste Grüße
Ferdinand


08.03.26, 01:59:43

stavblue0815

(Mitglied*)

Dieser rundlich ansprechend geformte Maulschlüssel mit 167 mm Länge und 306 Gramm Gewicht trägt erhaben die Aufschrift: „GSCHMIDT. AUMA. SW.“ Die Historie des heutigen Lagersystemspezialisten beginnt 1868 in Thüringen bei Auma mit der Gründung einer kleinen Maschinenfabrik durch Gottlob Schmidt. Der Fokus lag ursprünglich mit der Erfindung der Dreschmaschine bei der Herstellung von Landmaschinen. Mit der Verstaatlichung als VEB erfolgte nach der Reprivatisierung die Spezialisierung auf Lagertechnik und schreibt die Firma als Schmidt Auma Lagersysteme bis heute ihre Firmengeschichte fort.

Beste Grüße
Ferdinand


29.03.26, 20:40:29
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